Altbau sanieren: Was du beim Innenausbau beachten musst
Charakter erhalten und gleichzeitig modernen Wohnkomfort schaffen. Wir sanieren seit 20 Jahren Altbauten in der Region am Untermain, von Gründerzeit über Nachkriegsbauten bis zu Fachwerkhäusern.
Charakter erhalten, Komfort modernisieren
Ein Altbau hat Charakter, hohe Decken, Stuck, breite Dielen, dicke Mauern. Aber auch schiefe Wände, knarrende Böden, schlechten Schallschutz und eine Elektrik, die für heutige Ansprüche nicht ausgelegt ist. Die Herausforderung beim Sanieren: Den Charakter erhalten und gleichzeitig modernen Wohnkomfort schaffen.
Wir sanieren seit 20 Jahren Altbauten in der Region am Untermain. Von Gründerzeit-Wohnungen über Nachkriegsbauten bis zu Fachwerkhäusern. Dieser Ratgeber beschreibt die typischen Aufgaben und Fallstricke beim Innenausbau in Bestandsgebäuden. Aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.
„In Altbauten stecken Überraschungen hinter Verkleidungen. Eine ehrliche Bestandsaufnahme spart hinterher Geld und Nerven.“
Die vier Baustellen jeder Altbausanierung
Bestandsaufnahme, Wände, Decken und Böden. Jeder Bereich hat seine typischen Fallstricke und bewährten Lösungen.
Bestandsaufnahme vor jeder Planung
Bevor du mit der Planung beginnst, muss der Ist-Zustand klar sein. Tragende oder nicht tragende Wände, Holzbalken- oder Betondecke, alte Beläge, Schadstoffe wie Asbest oder PAK. Bei Baujahren vor 1990 im Zweifel eine Schadstoffuntersuchung machen lassen, bevor du Beläge entfernst oder Wände aufreißt.
Wände: Vorsatzschalen statt Abriss
Schiefe Wände, unebener Putz, fehlende Dämmung: Du musst nicht alles abreißen und neu mauern. Trockenbau-Vorsatzschalen schaffen gerade Oberflächen, schlucken Schall und nehmen Leitungen auf. Raumverlust pro Wand ca. 5 bis 10 cm. In großen Altbauzimmern problemlos verkraftbar. Mehr zum Trockenbau
Decken und Holzbalkendecken
Altbauten mit 3 bis 3,50 Metern Deckenhöhe vertragen eine abgehängte Decke gut. Spots, LED und Leitungen verschwinden. Holzbalkendecken sind die größte Herausforderung: Oben Trockenestrich mit Trittschalldämmung, unten abgehängte Decke auf federnden Abhängern. Deckengestaltung
Böden im Altbau
Massivholzdielen aus 100 Jahre alten Altbauten haben eine Qualität, die man heute kaum noch bekommt. Wenn die Dielen fest sitzen, lohnt sich das Aufarbeiten durch Schleifen, Ausbessern und Ölen. Sonst kommt ein neuer Boden auf vorbereitetem Untergrund, auf Holzbalkendecken meist schwimmend verlegt. Bodenverlegung
Grundriss verändern und Räume neu denken
Altbauten haben oft ungünstige Grundrisse: Lange Flure, kleine Zimmer, abgetrennte Küche, kein offener Wohnbereich. Das lässt sich ändern. Nicht tragende Wände entfernen, Räume verbinden. Umgekehrt mit Trockenbau-Trennwänden neue Räume schaffen. Aus einem großen Raum werden zwei kleinere, ein begehbarer Kleiderschrank entsteht oder ein Home-Office wird abgetrennt. Vorher immer den Statiker fragen, ob die Wand wirklich nicht tragend ist.
- ✓ Nicht tragende Wände entfernen für offene Grundrisse
- ✓ Neue Trockenbau-Trennwände innerhalb eines Tages setzen
- ✓ Schallschutz-Aufbau mit doppelter Beplankung und Mineralwolle
- ✓ Vor jedem Wanddurchbruch Statiker hinzuziehen
- ✓ Dielenrichtung und Balkenverlauf als Hinweis auf Tragfunktion
Typische Fehler bei der Altbausanierung vermeiden
Wir zeigen dir die fünf häufigsten Fallstricke, die uns in 20 Jahren auf Baustellen immer wieder begegnet sind.
Budgetpuffer von 15 bis 20 Prozent
In Altbauten tauchen fast immer unerwartete Probleme auf: Feuchtigkeit, Schadstoffe, marode Leitungen. Plane Puffer ein, sonst wird es im Projektverlauf eng.
Schadstoffe ernst nehmen
Asbest in Floor-Flex-Platten, PAK in schwarzem Parkettkleber, Holzschutzmittel im Dachstuhl. Nicht selbst entfernen, sondern vom zertifizierten Fachbetrieb.
Raumweise statt alles auf einmal
Eine Komplettsanierung ist teuer und dauert lang. Oft ist es sinnvoller, raumweise vorzugehen. So bleibt ein Teil der Wohnung bewohnbar und das Budget steuerbar.
Alten Charakter nicht zerstören
Stuck abschlagen, Holzbalken verkleiden, Dielen überdecken: Das kann man machen. Aber denk vorher darüber nach. Diese Elemente machen den Altbau aus und lassen sich nicht wiederherstellen.
Schallschutz gleich mitnehmen
Altbauten haben oft miserablen Schallschutz. Wenn du schon renovierst, nimm den Schallschutz mit. Nachträglich ist es deutlich teurer als während der Sanierung.
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Häufige Fragen zur Altbausanierung
Asbest in alten Belägen, Feuchteschäden hinter Verkleidungen, tragende Wände wo man keine erwartet, unzureichende Elektrik, nicht tragfähige Holzbalkendecken. 15 bis 20 Prozent Budgetpuffer einplanen.
Nicht zwingend. Trockenbau-Vorsatzschalen schaffen gerade Oberflächen mit ca. 5 bis 10 cm Raumverlust pro Wand. In großen Räumen verkraftbar, in kleinen sorgfältig abwägen.
Für reine Innenrenovierung meistens nicht. Bei tragenden Wänden, Durchbrüchen oder Nutzungsänderung möglicherweise ja. Bei Denkmalschutz immer mit der Denkmalbehörde abstimmen.
Oben Trockenestrich und schwimmend verlegter Boden. Unten abgehängte Decke auf federnden Abhängern. Schallschutz mit Schüttung zwischen den Balken. Die Tragfähigkeit vorher prüfen lassen.
Ja, wenn die Grundsubstanz stimmt. Altbauten bieten oft mehr Raumgefühl, bessere Lagen und mehr Charakter als Neubauten. Der Innenausbau bringt den Komfort auf heutiges Niveau.
Eine Wohnung von 80 Quadratmetern dauert 6 bis 10 Wochen. Ein Einfamilienhaus 8 bis 16 Wochen. Viel hängt vom Umfang der Rohinstallation ab und davon, ob Schadstoffe vorhanden sind.
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